FL-Boot Camp | Einstieg Pre-Flop
Von *Pasa*MetzKe,
31.10.2009,
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Jetzt geht’s ans Eingemachte. Natürlich starten wir mit dem Spiel vor dem Flop. Für Einsteiger ist Fullring die richtige Wahl, deshalb werden wir uns hier nur mit FR beschäftigen.
Bevor wir uns aber an die Tische setzen, gibt es noch zwei Dinge auf die wir achten müssen.
- Tableselection! Auf den Micro’s bis $0.25/$0.50 ist das kein Problem, da man alle Tische profitabel spielen kann. Man sollte sich die Tische einmal nach Pottgröße oder Players pro Flop sortieren. Alle Tische mit einem Plrs/Flop Wert von > 30 % sind super, > 25 % sind gut und alles unter was unter 20 % ist, ist schon schwerer, da man fast nur gegen tighte Spieler spielt. Dort gilt es dann, einen Fisch zu finden und seine Leaks auszunutzen.
- Mit wie viel Geld setze ich mich an den Tisch? Das Minimum an den Tischen beträgt 5 Big Bets. Dies ist aber viel zu wenig. Für eine Hand sollte man immer 12 BB haben, damit man im Notfall alle Straßen bis zum Cap mitgehen kann.
- Pre Flop: 2 BB
- Flop: 2 BB
- Turn: 4 BB
- River: 4 BB
Es wäre ja schlecht, wenn man bspw.
bekommt. Preflop capt (-2 BB) und der Flop dann
kommt, es wieder zum Cap (-2BB) kommt und der Turn dann
zeigt. Nun kann man nur noch einmal betten und man wäre All-In. So lässt man eine Menge Geld liegen.
Deshalb sollte man immer für jede Hand mindestens 12 BB haben. Man kann also entweder mit mehr Geld raufgehen. Zum Beispiel 25, 50 oder 100 BB oder man schalten in der Software die Reload-Funktion (Main Lobby > „Option“ > „Auto-Rebuy (Real Money Ring Games“)
Wenn man sich nun hinsetzt muss noch darauf geachtet werden, dass man auf den Big Blind wartet. Es wäre schwachsinnig, wenn man den Blind zu früh postet, da man so 1/2 BB verliert. Pro Orbit zahlt man 1,5 Small Bets. Wenn man nun aber den Blind einfach früher postet, da man unbedingt spielen will, zahlt man 2,5 oder sogar 3 Small Bets. (Das ist Positionsabhängig)
Pre-Flop
- Die Positionen
- Der Starting-Hand-Chart
- Übungsaufgaben
1. Die Position
Eines der wichtigsten Faktoren ist die Position. Wir unterteilen den Tisch von 10 Spielern in 5 Positionen.

- Early Position (EP) => UTG; UTG+1; UTG+2
- Middle Position (MP) => MP; MP2, MP3 (auch High Jack genannt)
- Late Position (LP) => Cut Off, Button
- Small Blind (SB)
- Big Blind (BB)
2. Der Starting-Hand-ChartPocket Pairs
-
- Hohe Karten (

-
)
- Asse und Könige sollten vor dem Flop positionunabhängig immer geraist und gereraist werden. Das sind die stärksten Blätter und werden sehr häufig gewinnen.

-
sollten auch mit viel Aggression gespielt werden. Vor dem Flop sind sie fast immer vorne.
- Asse und Könige sollten vor dem Flop positionunabhängig immer geraist und gereraist werden. Das sind die stärksten Blätter und werden sehr häufig gewinnen.
- Mittlere Karten (

-
)
- Diese Pocket Pairs sollte man auch raisen, wenn niemand vor einem in den Pot eingestiegen ist. In später Position kann man diese auch gegen tighte Spieler mit einem niedrigen WTSD Wert 3-Betten.
- Kleine Karten (

-
)
- Die kleinen Karten brauchen eigentlich immer eine Verbesserung auf dem Flop. Man hofft mit diesen Karten ein Set zu floppen oder zu turnen. Diese sollte man erst in später Position open raisen. Sollten vor einem Spieler in den Pot eingestiegen sein, kann man mitlimpen.
- Hohe Karten (
- Suited Cards
- Große Broadway Karten (

-
; 
-
)

-
und
können aus jeder Position erhöht werden. Die Karten
und
kann man UTG und UTG+1 ruhig folden. In später Position wäre eine 3-Bet sehr häufig angebracht, wenn nicht gerade UTG raist. Sie sind sehr stark, brauchen jedoch auf dem Flop fast immer Hilfe.
- Kleine Broudway Karten (

; 
, 
; 
;)
- Diese Karten eignen sich vor allem in einem unraist Pot. In früher Position sollten sie einfach gefoldet werden. Allerdings kann man mit diesen schon ab MP open raisen.
- Kleine Asse (

-
)
- Die Kleinen Asse haben immer das Problem, dass sie nichts Halbes und nichts Ganzes sind. Wenn man damit ein Ass trifft, ist der Kicker meistens zu klein, um damit zu gewinnen. Sollte man ein kleines Paar treffen, hat man zwar einen guten Kicker, aber kleine Paare sind auch nicht besonders stark. Deshalb sollte man diese Karten nur spielen, wenn der unraised Pot schon etwas höher ist oder man einfach in später Position mitlimpen kann. Sollte es vorkommen, dass man in später Position sitzt und alle vor einem folden, kann man einen Steal ansetzen.
- Große Broadway Karten (
- Suited Connectors
-
- Das sind sehr marginale Karten. Diese sollte man nur in einem unraised Pot mit vielen Limpern spielen und wenn nur in später Position oder in den Blinds. Mit diesen Karten hofft man, einen Flush, eine Straight oder einen starken Draw zu treffen.
-
- Unsuited Cards
- Große Broadway Karten (

-
; 
)
- Diese können fast genau so, wie die Großen Suited Broadways gespielt werden. Der Unterschied besteht nur, dass man

nicht mehr aus früher Position raist, sondern erst ab der mittleren open raist. Sie sind auch für einen Isolationsraise fähig.
- Diese können fast genau so, wie die Großen Suited Broadways gespielt werden. Der Unterschied besteht nur, dass man
- Kleine Broadway Karten (

; 
; 
; 
-
; 
)
- Die Karten können in früher Position gefoldet werden. Und die
’s und
’s Karten kann man auch noch in mittlerer Position folden.
- Die Karten können in früher Position gefoldet werden. Und die
- Große Broadway Karten (
Einen recht tighten, aber guten Starting-Hand-Chart gibt es hier direkt von IntelliPoker.
Zwei Punkte sind vor dem Flop noch sehr wichtig:
- Kein Open Limp! Von einem Open Limp hat man eigentlich nichts. Man bekommt dadurch weder Informationen, noch Initiative.
- Wenn man keine spielbare Hand bekommt » FOLDEN. Ein häufiger Fehler ist es, wenn man lange Zeit keine Hand bekommt, dass man mit einer marginalen Hand in den Pot einsteigt. Es kann gut sein, dass man 10, 20 oder 40 Hände hintereinander folden muss. Ihr müsst euch in dieser Phase selbst unter Kontrolle haben. In den meisten Filmen oder Pokerserien sieht man fast nur Hände, in dem Spieler in der Hand involviert sind. Das bedeutet nicht, dass sie nie folden.
Was wäre schon ein Western, wo der Pokerheld foldet? Nichts! Aber das hat auch nichts mit der Pokerrealität zu tun.

Cook, Fielder: “A Big Hand for a Little Lady” (Film); Warner Bros. Pictures, USA (1966)
3. Übungsaufgaben (Die Lösungen poste ich morgen in den Kommentaren)
- Hero is CO with
,
[9 Handed]
Preflop: 3 folds, MP2 (poster) checks, HJ folds, HERO? - Hero is HJ with
,
[8 Handed]
Preflop: 3 folds, HERO? - Hero is CO with
,
[7 Handed]
Preflop: UTG folds, UTG+1 raises, 2 folds, HERO? - Hero is MP1 with
,
[10 Handed]
Preflop: UTG folds, UTG+1 calls, UTG+2 calls, HERO? - Hero is MP1 with
,
[8 Handed]
Preflop: UTG calls, UTG+1 folds, HERO? - Hero is UTG with
,
[10 Handed]
Preflop: HERO raises, 3 folds, HJ raises, 4 folds, HERO? - Hero is BT with
,
[10 Handed]
Preflop: UTG calls, 2 folds, MP1 calls, MP2, calls, 2 folds, HERO? - Hero is MP1 with
,
[10 Handed]
Preflop: UTG folds, UTG+1 calls, UTG+2 calls, HERO raises, 2 folds, CO raises, 2 folds, BB calls, UTG+1 calls, UTG+2 calls, HERO? - Hero is BT with
,
[10 Handed]
Preflop: 7 folds, HERO? - Hero is MP3 with
,
[10 Handed]
Preflop: UTG folds, UTG+1 calls; UTG+2 calls, MP1 calls, MP2 calls, HERO? - Hero is UTG+2 with
,
[10 Handed]
Preflop: 2 folds, HERO? - Hero is MP2 with
,
[10 Handed]
Preflop: UTG calls, UTG+1 folds, UTG+2 calls, MP1 folds, HERO? - Hero is MP3 with
,
[10 Handed]
Preflop: 2 folds, UTG+2 calls, MP1 calls, MP2 calls, HERO? - Hero is BB with
, 8s [8 Handed]
Preflop: 6 folds, SB raises, HERO?
Wer nun auf den Fixed Limit Geschmack gekommen ist oder sich noch weiter bilden möchte, kann im Fixed Limit-Forum vorbeischauen.
Und vergesst nicht die kostenlosen Fixed Limit Holdem Trainings:
Mart83 (Full-Ring): Sonntags um 20 Uhr und donnerstags um 21 Uhr.
Picasso25 (Short Handed): Montags um 19 Uhr und mittwochs um 21 Uhr.
Außerdem möchte ich mich noch bei unserem FL FR Guru Mart83 bedanken, der den Beitrag noch einmal pokertechnisch abgesegnet hat.
In diesem Sinne wünsch ich euch viel Erfolg beim Lernen.
Euer *Pasa*MetzKe
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